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Substantivierungen: „Das Öffnen des Reißverschlusses…“

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…und Entfernen der Knoten und Häkchen dauerte ihr zu lange. Sie lächelte zum Abschied und ging.

Bitte lesen Sie das Nachfolgende in seiner Komplexität, Darstellung und Aussagekraft hinsichtlich des Verständnisses genau durch. Ach, das Lesen eines Textes mit mehr als drei Substantiven fällt Ihnen schwer?

Das liegt vermutlich daran, dass diese Sätze im Nominalstil mit reichlich Substantiven verfasst sind. Read More

Füllwörter: „Sie fühlte sich irgendwie ziemlich unwohl…

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… und ich mich dadurch dann irgendwie auch.“

Wie wir sprechen, beeinflusst unser Denken. Und Schreiben. Wenn wir sprechen, dann reden wir unvollständig und nutzen Hilfsverben und Füllwörter aller Art wie Temporaladverbien (bereits, bald, gerade, eben) oder Lokaladverbien (da, dort, irgendwo). Die meisten Füllwörter sind für die geschriebene Sprache jedoch nur Eines: überflüssig.
Sie füllen und verstopfen den Ausdruck und verwirren die Aussage. Sie blähen einen Satz auf, weshalb sie auch Blähwörter heißen. Blähungen mag keiner. Ebenso wenig Verstopfungen und Verwirrungen. Read More

Adverbien: „Er lächelte verstohlen…“

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Schreibschule…und ich wandte mich ab, schloss die Tür und kam nie wieder.“
Wo war ich? In welchem Genre? Nun – nicht in meinem.

Zugegeben: Das Adverb umschleicht uns. Wir öffnen die Türen und Fenster, laden es in unseren Text ein und freuen uns, jenen so hurtig ins Reine geschrieben zu haben. Denn Adverbien lieben unsere faule Denke. Sie bewerben sich und werden eingestellt. Sofort. Sie kapern unsere Sätze und wir applaudieren uns selbst. Warum sollen wir nach Worten ringen, wenn sie derart leicht der Tastatur entspringen?  Read More

Adjektive: „Ich zog mir den flauschigen Bademantel über…“

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Schreibschule…und meine Leserinnen fragten sich, was passiert wäre, wenn dieser gekratzt hätte?

Eine der häufigsten Schreibregeln, die nahezu jeder Lektor und jede Autorin wie ein Mantra betet, heißt: Verwende Adjektive und Adverbien möglichst sparsam! Ich schließe mich dem Mantra an. Und um es mit den Worten des treffsicheren Wolf Schneiders zu sagen: „Adjektive dienen der Unterscheidung – das gelbe Kleid, nicht das rote. Wo sie bloß schmücken wollen, sollten sie anklopfen, und wo sie einer dümmlichen Mode dienen: draußen bleiben.“ Read More

Kill Your Darlings!

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William Faulkner sagte: “Kill your darlings.”
Damit meinte er: Wenn jemand etwas schreibend zum Leben erweckt, das er oder sie dann durch alle Konflikte gleichermaßen liebt, dann ist dies zu gut für eine gute Geschichte – und  sollte  aus diesem Frieden erlöst werden. Die Figur stirbt an einer Stelle, an der es der Leser nicht erwartet.

Faulkner war und ist nicht der einzige. Viele Autorinnen und Erzähler, Filmemacherinnen und Regisseure machen es wie er. Die (Haupt-)Figur sterben zu lassen oder aus der Szene zu entfernen, ist oftmals der einzige Weg, um die Handlung voranzubringen. Kill your darlings!

Weitere Gründe nennt der Blog “Buchbesprechung” in:
Warum Protagonisten manchmal sterben müssen!